Nahrung im Mittelalter

Das Mittelalter war eine finstere Zeit: Krude Könige regierten, die arme Landbevölkerung schuftete sich halb zu Tode und tausende Ritter kamen bei Kämpfen ums Leben. Doch nur wenigen ist bekannt, wie eigentlich der Alltag im Mittelalter aussah: Wie etwa hat man sich in dieser Zeit ernährt?

Haferbrot, Foto: moseskinder_flickr

Zahlreiche Getreidesorten wie Gerste, Weizen, Hafer, Hirse, Dinkel und Roggen wurden im Mittelalter angebaut und zu Brot oder Brei weiterverarbeitet. Brot galt damals als Hauptnahrungsmittel, bis zu einem Kilo verspeiste jede Person pro Tag. Je ärmer man war, um so mehr Brot gab es zu essen. Dabei waren die Brote aus hochwertigen Getreidesorten wie Weizen oder Gerste für Herren oder reiche Bürger vorgesehen, Bauern bekamen Roggenbrot und das von der mittelalterlichen Gesellschaft verstoßene Gesindel lediglich Haferbrot. Nur an Feiertagen bekamen auch ärmere Menschen die Gelegenheit, eine hochwertige Brotsorte zu probieren.

Neben dem Brot war Fleisch das Hauptnahrungsmittel: Schätzungen zufolge wurden in weiten Teilen Europas rund 100 kg Fleisch pro Kopf und Jahr verzehrt – das sind rund 10 kg mehr als in der heutigen Zeit. Doch nicht nur das hochwertige Muskelfleisch wurde verwendet, auch Augen oder Hoden landeten in der Suppe oder auf dem Bratspieß. Gegessen wurde beinah jedes Tier, etwa auch kleine Vögel.

Gemüse wurde im Vergleich zur heutigen Zeit sehr wenig gegessen und wenn überhaupt abhängig von der Saison: Angebaut wurden Kohl, Schalotten, Sellerie, Knoblauch, Zuckerrüben, Lattich, Erbsen, Spinat, Gurken und Lauch. Eine besondere Rolle nahm die Zwiebel ein, der damals eine potenzsteigernde Wirkung nachgesagt wurde und ein Festtags-Essen war. Als Wildgemüse wurde auch Löwenzahn, Feldsalat und Sauerampfer gegessen. Meist wurde jede Gemüsesorte zerstampft und dann als Brei serviert.

Auch Obst war im Mittelalter nicht sonderlich angesagt: Der rohe Verzehr wurde sogar als gesundheitsschädlich eingestuft. Gegessen wurde gekochtes Wildobst, erst im Hoch- und Spätmittelalter wurden heutige Obstsorten wie Äpfel, Birnen oder Trauben entdeckt.