Kleidung im frühen Mittelalter
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Zu allen Zeiten erfüllte Kleidung zwei Zwecke. Zum einen bietet sie Schutz vor der Witterung, zum anderen werden über die Kleidung bestimmte gesellschaftliche Normen wiedergespiegelt.
Kleidung und Mode sind immer Zeitzeugnisse, so auch schon im frühen Mittelalter. Trugen Männer germanischer Stämme bis zum Beginn des Frühmittelalters um 500 n.Chr. einfache, knielange Hosen aus Leinen, so veränderte sich sowohl ihre als auch die Kleidung der Frauen mit dem Einfluss der Merowinger.
Frauen trugen bis dato einen einfachen ärmellosen Hemdrock, der an den Schultern mit sogennanten Fibeln zusammengehalten wurde. Fibeln sind ähnlich den heutigen Broschen. Der Kopf wurde schützend mit einem Tuch bedeckt und die Hüfte zierte allgemein ein Gürtel. Sowohl Männer als auch Frauen trugen unabhängig von ihrem Stand beschriebene Kleidung.
Viel Wissen über die Mode jener Zeit erlangte man durch konservierte Moorleichen. An Hand dieser Funde ließen sich auch bestimmte Frisuren rekonstruieren. Besonders beliebt war als Haarfarbe rot und viele Germanen färbten sich in diesem Ton die Haare. Durch verschiedene Frisuren kann man die Stämme leicht unterscheiden. Westgermanen banden sich besipielsweise ihre Haare zu einem Knoten auf der rechten Kopfseite, hingegen die Sächsischen Kurzhaarschnitte bevorzugten.
Mit dem zunehmenden Einfluss der Merowinger ab 500 n.Chr. änderte sich auch die Kleidung durch den oströmischen Einfluss. Der usprünglich einfache germanische Kittel verwandelte sich zunehmend in ein weites, langes Kleid, dessen Ärmel bis zum Handgelenk gingen. Hergestellt wurden diese zwar auch noch aus Leinen, jedoch zeichnen sich hier bereits unterschiede der verschiedenen Schichten ab. So bevorzugten Anhänger höherer Schichten schon bald Materialien wie Seide oder andere exotische Stoffe. Lediglich der Gürtel blieb.
Mit dem Geschlecht der Karolinger änderte sich ab dem 8. Jh. nicht nur politisch, sondern auch modisch die Gebiete der alten Germanen. Mit dem Beginn des neuen Königsgeschlecht wurden kostbare Kleidungsstücke zu einem Symbol für gesellschaftlich höher Gestellte. Teurer Schmuck wurde getragen und die Kleider mit Goldfäden bestickt. Lediglich Karl der Große soll an den alten germanischen Kitteln festgehalten haben und nur zu besonderen Anlässen festliche Kleidung aufgelegt haben.
Die Unterschiede zwischen den Schichten wird ab dieser Zeit immer deutlicher, da vor allem die Bauern und einfache Teile der Bevölkerung nun deutlich zu erkennen waren an ihrer schmucklosen Kleidung.