Friedrich der Große

Friedrich II oder auch Friedrich der Große genannt ist eine der wichtigsten historischen Personen unserer Geschichte – ein großer Feldherr, der Preußen zu einer der fünf großen Mächte in Europa gemacht hat. So stand Preußen auf einer Stufe mit Frankreich, Großbritannien, Österreich und Russland.

Neben seiner Kriegsführung ist auch seine liebste Freizeitgestaltung bekannt, das Dichten. Außerdem stand er im engen Kontakt mit dem Franzosen Voltaire und dem Italiener Francesco Algarotti.

Nun ist seit vielen Jahrhunderten ein lang verschollenes Gedicht von Friedrich wieder aufgetaucht. Die letzten Jahrzehnte, genau genommen seit dem Ende des 19. Jahrhunderts, lag es im „Staatsarchiv Preußischer Kulturbesitz“ in Berlin. Erst 1894 gelangt eine Kopie aus Italien nach Berlin. Sie stammt aus dem Nachlass des Italieners Francesco Algarotti. Für ihn hat Friedrich einige Gedichte geschrieben. So wurde die Kopie an Wilhelm II geschickt, der es verstecken ließ.

Dieses Gedicht galt nun lange Zeit als ein Gerücht. Der bekannte, britische Historiker Christopher Clark bedauerte noch vor kurzen, dass dieses Gedicht verloren sei. Das besagte Gedicht ist nämlich nicht nur ein einfaches Gedicht, sondern eine Ode an die Lust. In „La Jouissance“ schreibt Friedrich der Große über die Freuden des Orgasmus. Das Gedicht wurde sogar noch 1912 zu Friedrichs 200. Geburtstag versteckt. Prinzipiell war ein Gedicht, in dem die sexuelle Lust als „Herrin der Welt“ beschrieben wird, in den Zeiten des nationalen Ernsts und patriotischen Verpflichtungen, nicht gern gesehen.

Friedrich selber machte zu seiner Zeit kein Geheimnis um sein Gedicht. So sei „La Jouissance“ das einzige Gedicht gewesen, das er nach seiner Krönung geschrieben habe. Er war sogar so unsicher, dass er es Voltaire schickte, um es Korrektur zu lesen, weil dies Augenblicke seien, die nur äußerst schwer darzustellen seien.

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