Friedrich der Dritte: Tagebücher veröffentlicht

panthermedia.net/Georgios Kollidas

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Friedrich III. trat nach dem Tod seines Vaters Kaiser Wilhelm I. dessen Nachfolge an. Er regierte 99 Tage, bis er seinem Kehlkopfkrebs erlag. Darauf folgte das “Persönliche Regiment” seines Sohnes, Wilhelm II., der, anders als es sein Vater getan hätte, einen Machtkampf gegen Otto von Bismarck losbrach und ihn schließlich nach zwei Jahren für sich entschied. Nicht die beste Entscheidung, denn so wurde das Kaiserreich auf die Bahn gelenkt, die schließlich in den Ersten Weltkrieg und den Untergang der Hohenzollernmonarchie führt.

Kaiser Friedrich III. hat ab seinem 16. Lebensjahr Tagebuch geführt – bis zu seinem Tod am 15. Juni 1888. Diese Aufzeichnungen werden heute im Geheimen Staatsarchiv Preußischer Kulturbesitz in Berlin-Dahlem aufbewahrt. Heinrich Otto Meisner stellte im Jahr 1929 eine Auswahl an Auszügen der Jahre von 1848 bis 1866, dem Ende des Preußisch-Österreichischen Krieges, zusammen. Nun hat der Mainzer Historiker Winfried Baumgart den Zeitraum zwischen 1866 und 88 in relevanten Auszügen herausgegeben. Das Originalmanuskript umfasst 23 Bände.

Diese Veröffentlichung klärt nun auch endgültig die Frage, ob Friedrich III. ein fortschrittliches Zeitalter in Preußen-Deutschland eingeleitet hätte. Es wurde nämlich immer gemunkelt, dass er mit den liberalen Ideen seiner Frau, Victoria von Großbritannien und Irland, geliebäugelt und einen Systemwechsel hin zum Parlamentarismus eingeleitet hätte. Nun aber stellte sich heraus, dass ihm wohl die militärische Richtung am preußischen Königshof eher zusagte. Allerdings wird durch die Auszüge auch klar, dass ihm das lange Warten auf die Thronfolge langsam zermürbt hat. An seinem 50. Geburtstag lautet der Eintrag: “Müßiger Zuschauer, an tägliche Entsagung, Selbstüberwindung über ein Menschenalter gewöhnt, verurtheilt die besten Jahre untätig zuzubringen [...]. Ich altere fühlbar, u. hätte ich nicht Frau u. Kinder als mein Alles – längst wünschte ich aus der Welt zu scheiden.”

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