Entziffert: Älteste hebräische Innschrift

panthermedia.net/C. Walenzyk
Sensation in der Wissenschaft: Ein Deutscher Alttestamentler hat nach eigenen Angaben den ältesten hebräischen Text nach der Bibel entziffert. Dabei handelt es sich um eine etwa 3.000 Jahre alte Tontafel, auf der eine Inschrift eingraviert ist. Der Stein wurde 2008 bei Grabungen in Khirbet Qeiyafa, rund 25 Kilometer südwestlich von Jerusalem, von Mitarbeitern der Hebräischen Universität Jerusalem entdeckt. Die Inschrift wurde als bedeutendster Fund seit der Entdeckung der
berühmten Schriftrollen von Qumran im Jahr 1947 gefeiert. Seit rund vier Jahren sitzen die Experten nun schon an der Inschrift und versuchen, den fünfzeiligen Text zu entziffern und zu übersetzen. Nach eigenen Angaben ist das dem Religionswissenschaftler Professor Aschenbach gelungen. In einer französischen Fachzeitschrift präsentierte er eine Version, die ein Konglomerat der Vorschläge aller beteiligter Wissenschaftler ist. Die Inschrift scheint eine Art kleines Gesetzbuch zum sozialen Miteinander zu sein, das teils genauso wie manche Bibelstellen formuliert ist. Vor allem geht es um den Schutz von Ausländern, Witwen und Waisen im Alten Israel.
Der Professor, der am Exzellenzcluster „Religion und Politik“ der Universität Münster forscht, schätzt das Entstehungsdatum der Inschrift auf rund 1.000 Jahre vor Christus. Er vermutet, dass es sich bei dem Fund lediglich um eine Schreibübung und kein Original handelt. Damals war es ganz normal, dass königliche Beamte in ihrer Ausbildung solche Gesetzestexte abschreiben mussten. Dass eine solche Schreibübung aber zu einer kleinen Sensation in der Wissenschaft geführt hat, wird der Urheber wohl niemals vermutet haben. Professor Aschenbach wies weiter darauf hin, dass Schutzrechte für benachteiligte Menschen zu den ältesten Rechten in Israel überhaupt zählen würden und unsere heutige Gesetzgebung also keineswegs eine Errungenschaft der Neuzeit sei. Denn auch Israel selbst knüpfte mit der Gesetzgebung lediglich an noch viel ältere Traditionen aus Ägypten und Kana an.
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