Die erste Universität der Welt

© PRILL Mediendesign - Fotolia.com

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Die erste Universität der Welt entstand nicht etwa in Europa oder der USA, sondern in Ägypten. Genauer gesagt in der heutigen Hauptstadt Kairo, die gleichzeitig auch die größte Stadt der arabischen Welt ist. Im Jahre 972 aber wurde die Stadt gerade erst gegründet, nachdem eine kriegerische Sekte, die schiitischen Fatimiden, einen dreijährigen Kreuzzug gegen Ägypten für sich entscheiden konnten. Die erste Universität der Welt sollte gemeinsam mit einer Moschee die Vormacht der religiösen Gemeinschaft sichern, die auch wirklich rund 200 Jahre anhielt.

Al-Azhar wurde die Uni getauft, was übersetzt so viel wie die „Blühende“ heißt. Das ist eine Anspielung an den Beinamens Fatimas, der Tochter des muslimischen Propheten. Und noch immer gilt die Uni als wichtigste Glaubensautorität der Sunniten. Doch was einst eine streng gläubige Eliteuni war, ist mittlerweile zu einer gigantischen Massenuni geworden. Aber angenommen wird nur, wer sich schon früh für den Weg der „Blühenden“ entschieden hat: Rund 7.000 Grund- und Oberschulen betreibt die Gemeinschaft in Ägypten und 16 islamische Zentren im Ausland, die ebenfalls auf ein Studium an der Al-Azhar vorbereiten.

Viele namhafte Gelehrte und Religionswissenschaftler der islamischen Welt kommen an der Universität zusammen. Von den Rechtsgelehrten kann jeder vom einfachen Bürger bis zum hochkarätigen Politiker so genannte „Fatwas“, also Ratschläge oder Rechtsgutachten, einholen. Vor allem die ägyptischen Staatsoberhäupter greifen immer wieder auf diesen Dienst zurück, um ihre Politik auch religiös zu legitimieren und die große Gemeinschaft der strenggläubigen Menschen im Land nicht zu verärgern. Präsident Sadat etwa fragte wegen seiner Friedenspolitik mit Israel nach, der Nachfolger Mubarak holte sich grünes Licht für sein Kontrollprogramm für Geburten. Ob wir ach so gelehrten Europäer nicht am Ende noch etwas aus Ägypten lernen können?

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