Der 30-jährige Krieg

© Mellimage - Fotolia.com

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Der 30jährige Krieg war nicht etwa ein ununterbrochener, 30 Jahre lang anhaltender Krieg, sondern bezeichnet viele einzelne Schlachten in ganz Westeuropa. Diese 30 Jahre im 17. Jahrhundert gehörten zu den wohl dunkelsten Jahrzehnten überhaupt: Viele Menschen befanden sich in einem Glaubensumbruch, ihr Leben war ständig bedroht. Kriegerische Truppen zogen durch ganz Europa, brachten Menschen um, klauten Reichtümer und hinterließen nichts als Leid. Fast ein Drittel der Bevölkerung des Deutschen Reiches starb im Verlauf des Kriegs – das sind etwa 4 Millionen Menschen. Auch die Pest und Pocken machten damals die Runde und forderten viele Toten.

Hintergrund des Konflikts war der Kampf um die Vorherrschaft in Europa. Im 17. Jahrhundert waren zahlreiche mächtige Reiche an der Sicherung und Erweiterung ihres Gebiets interessiert: Dazu zählt das Heilige Römische Reich Deutscher Nationen, das aus dem Königreich Böhmen und vielen weiteren Herzogtümern wie Sachsen, Brandenburg, Württemberg, Österreich und Bayern und Kurfürstentümern wie Braunschweig oder der Kurpflaz bestand, aber auch Frankreich, Spanien, die Niederlande, Dänemark und Schweden.

Ein weiterer Grund für die 30 Jahre Terror und Schrecken waren die unterschiedlichen Glaubensrichtungen: Katholiken wollten die Protestanten missionieren und diese wiederum die Katholiken. Auch die vielen kleinen Staaten im Deutschen Reich brachten Probleme und Konflikte, denn viele Fürsten revoltierten, um mehr Unabhängigkeit zu erhalten und ihr eigenes Land zu gründen. Besonders heiß her ging es im Ostseeraum zwischen Dänemark und Schweden und in Westeuropa und Oberitalien zwischen Österreich und Spanien und den Bourbonen, französischen Parteien.

Los ging der Krieg quasi mit dem berühmten Prager Fenstersturz: 1609 hatte der deutsche Kaiser Rudolf II. Religionsfreiheit verabschiedet – auch die von vielen verhaßten Protestanten durften ihrer Religion nachkommen. Sein Nachfolger Matthias verbot den protestantischen Glauben wieder und versuchte auch Fürsten und Adlige durch ein Verbot von Versammlungen stärker in Schach zu halten. Das führte dazu, dass zahlreiche Adlige drei kaiserliche Stellverterter aus dem Fenster der Prager Burg warfen.

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